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Schüler laufen, damit sich in Afrika etwas bewegt

Spendenaktion In Cochem geben rund 1400 Sportler alles für Unicef!

Übersichtlicher als sonst fiel gestern der Stundenplan für die Schüler des Gymnasiums und der Realschule plus in Cochem aus: Sport – von 8.30 bis 12.30 Uhr. Die beiden Schulen beteiligten an der Aktion „Wir laufen für Unicef“.

Ein großer Teil von Cochem wurde dafür zur Joggingstrecke. Jeder Kilometer, den die rund 1400 Teilnehmer des zweiten Unicef-Laufs zurücklegten, war wichtig, denn Sponsoren werden jeden einzelnen mit Geld vergüten. Der Gesamtbetrag geht zur Hälfte als Spende an Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Die andere Hälfte kommt den beiden Schulen zugute. Unicef wird das Geld verwenden, um Kindern im südlichen Afrika eine Schulausbildung zu ermöglichen.

Für die Realschüler und Gymnasiasten in Cochem, ja sogar für viele ihrer Lehrer ist an diesem Mittwochmorgen alles ganz „easy“: Sport? Hauptfach! Alles andere? Nebenfach. Bestnoten verdient sich jeder, der sich läuferisch quält. Also Sportklamotten an, Laufschuhe geschnürt und ab geht's auf einen vier Kilometer langen Rundkurs – raus aus den Klassenzimmern, hinein in den Sonnenschein zum Spendensammeln!

 

Kilometergeld macht's möglich

Wie das? Jeder Läufer musste vorab Sponsoren gewinnen, etwa Geschäftsleute oder Verwandte, die pro gelaufenen Kilometer einen Fixbetrag zahlen, zum Beispiel 1 Euro. Im Idealfall fand jeder Teilnehmer zehn Sponsoren. Wer dann beispielsweise zehn Kilometer auf dem abgesteckten Rundkurs zurücklegt, hat 100 Euro erlaufen.

In der Theorie simpel, in der Praxis schweißtreibend. Denn vom Startpunkt am Schlossbergforum aus führt die Strecke die Sportler steil hinauf über den Drei-Kreuze-Weg, hinunter nach Sehl und durchs Martinstor zurück auf den Marktplatz. Durch Obergasse und Balduinstor geht es wieder hinauf zu den Schulen. Damit nachvollziehbar bleibt, wie viele Kilometer jeder Schüler in der Laufzeit macht, gibt es unterwegs an vier Stationen Stempel in die Laufkarten. Diese Karten wandern am Ende zur Auswertung ins Rechenzentrum des Gymnasiums. Wenn alle erfasst sind, sammeln die Klassenlehrer die Spendengelder ein.

Läufer leisten eine Menge

Verschwitzt, aber mit seiner Gesamtlaufleistung zufrieden ist Marius Franzen aus Treis-Karden. 28 Kilometer hat er geschafft. Der 16-Jährige hatte an sich selbst den Anspruch, „möglichst viel Geld zu verdienen“ – für den guten Zweck. Das trieb auch die fünf Jahre jüngere Sonja Klages aus Neef an. Auf ihrer Laufkarte stehen letztlich beachtliche zwölf Kilometer.

Alles in allem zufrieden sind am Ende des Vormittags auch Andreas Heyl (Gymnasium) und Carsten Peters (Realschule plus). Die beiden Fachbereichsleiter Sport haben sich mit vielen Kollegen und Schülern um die Organisation des Unicef-Laufs gekümmert. Zwar übt noch am frühen Morgen ein aufgebrachter Vater auf dem Marktplatz zunächst Kritik: Der Verkehr gefährde die Schüler doch arg. Aber Lehrer und Mitarbeiter des Ordnungsamts der Verbandsgemeinde Cochem entschärfen den vermeintlichen Brennpunkt in der verkehrsberuhigten Zone nach eigenem Bekunden zügig. Ansonsten spricht der Erfolg des Laufs für sich: Circa 100 Betriebe und Institutionen haben sich beteiligt, schätzt Heyl. Näher zusammengebracht hat das Ereignis Schüler und Lehrer beider Schulen. Fazit: Zumindest zeitweise darf Sport gern Hauptfach sein. In fünf Jahren könnte es in Cochem wieder so weit sein, sagen Heyl und Peters.

 

Quelle: Rheinzeitung, Regionalausgabe Cochem-Zell, vom 14.4.2011. Text: David Ditzer