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Vom Klassenzimmer in die Werkstatt

Berufsvorbereitung: HwK-Mosel-Akademie ermöglicht den Schülern der Berufsreifeklassen Einblicke in die Arbeitswelt des Handwerks

Unterricht mal anders: 30 Schüler der Klassen 8aB und 8bB der Realschule plus in Cochem tauschten für jeweils zwei Wochen ihre Mäppchen, Hefte und Sachbücher gegen Bohrmaschine, Hobel und Feile ein. In der Mosel-Akademie der Handwerkskammer (HwK) Koblenz in Cochem übten sich die Jugendlichen in verschiedenen handwerklichen Berufsfeldern und erhaschten so einen ersten Einblick in die nahende Berufswelt.

Unter der fachkundigen Anleitung der HwK-Dozenten ließen die Schüler während ihres Aufenthalts in der Mosel-Akademie Schlüsselanhänger aus Metall und hölzerne Beistelltische entstehen – nur einige Nachweise der handwerklichen Begabungen der Teilnehmer. Mit sichtlicher Freude und Engagement gingen die Jugendlichen denn auch an ihre praxisbezogenen Aufgabenstellungen heran. „Toll, endlich einmal in die Berufe Metallbauer und Tischler hineinzuschnuppern“, so die Meinung eines 15-Jährigen, der sinngemäß für alle Schüler sprach.

Neben den handwerklichen Berufen erprobten die Achtklässler auch ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten, indem immer eine Gruppe in der hauseigenen Küche für das Mittagessen sorgte. Dank dieser unterschiedlichen Betätigungsfelder zeigten sich die jeweiligen Neigungen und Talente der Schüler schnell. Um daraus effektive Orientierungshilfen für die berufliche Zukunft abzuleiten, erhielt jeder der jungen „Berufserprober“ am Ende der Projektwochen eine detaillierte Rückmeldung der Dozenten über seine Arbeitsleistung und -fähigkeiten.

„Bei einigen Schülern hat die Berufsorientierung regelrecht einen Denkprozess angeregt. Sie sind motivierter als zuvor in den Schulalltag zurückgekehrt“, fassten die beiden verantwortlichen Klassenlehrerinnen ihre Eindrücke von den Berufsorientierungswochen in der Mosel-Akademie zusammen. Mitunter sei dies auch ein Verdienst der theoretischen Impulse über das praktisch Erarbeitete, die die Schüler regelmäßig von den HwK-Ausbildern erhielten, so die Lehrerinnen. Beispielsweise wurde in den insgesamt vier Wochen der Berufsorientierung lebhaft über Fragen wie den Sinn des ehrenamtlichen Engagements und den Zusammenhang von Beruf und Berufung diskutiert. Mit der Rückkehr in den Schulalltag endet jedoch für die Schüler keinesfalls der Kontakt zur Berufswelt. In Form eines Orientierungspraktikums in Handwerksbetrieben werden die Jugendlichen in den kommenden Monaten die nächsten Schritte für ihr Berufsleben ins Auge fassen. Sicherlich stets mit dem einen oder anderen Gedanken an die Zeit in der Mosel-Akademie, in der sie erstmals in Kontakt mit der Berufswelt kamen. (aus: Rheinzeitung vom 25.11.2011, Ausgabe Cochem)