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Schüler machen Radio

Cochem. Zumindest theoretisch sind Lehrer und Schüler der Realschule plus in Cochem nun in der Lage, eine eigene Radiosendung zu produzieren. Am Freitag haben sie an der „Wahnsinnsfortbildungstour“ von Steffen Griesinger teilgenommen. Der Medienpädagoge und Mitarbeiter bei medien+bildung.com hat sich mit seinem Projekt zum Ziel gesetzt, „200 Lehrer, 20 Schulen in zwei Wochen“ in Rheinland-Pfalz zu Radiomachern auszubilden.

Dabei geht es Griesinger nicht vor allem darum, dieses Ziel 100-prozentig zu erreichen. „Wenn ich in jeder Schule ein paar Leute für die Sache begeistern kann, dann habe ich schon gewonnen“, erklärt er mit einem Lächeln. In Cochem konnte er sechs Lehrer und zwei Schüler von seinem Projekt überzeugen. Griesingers Idee ist einfach. Er möchte das alte Medium Radio wieder ins Bewusstsein der Leute bringen und die Möglichkeiten aufzeigen, die dahinter stecken. „Das Projekt stellt einen großen Wert für Schulen dar, weil es wirklich umgesetzt werden kann. Und das mit einem sehr geringen finanziellen Aufwand“, erklärt er weiter. Und dann geht es auch schon los. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ganz im Stil professioneller Radiomoderatoren zählt Griesinger noch einmal die Vorteile des Mediums Radio auf. 
Radio macht nicht nur Spaß, es verbindet außerdem Teamarbeit mit Sprachtraining und trägt positiv zum Schulklima bei, so der Medienpädagoge.

Schritt für Schritt zeigt er den Teilnehmern, wie sie eine eigene Radiosendung produzieren können, ohne dabei Urheberrechte zu verletzen. Benötigt werden neben dem vorhandenen Schulrechner lediglich ein einfaches Mikrofon und ein Kabel mit einer Soundkarte im Stecker. Die Gesamtkosten liegen bei circa 40 Euro. Zuerst sprechen die frischgebackenen Moderatoren den Text der ganzen Sendung ein. Geschnitten wird später. Für die beiden Schüler der 8a, Lukas Loosen und Fabian Ring, ist das Gestalten einer Sendung kein Neuland. Mit Hausmeister Thomas Schenk machen sie schon seit einiger Zeit Schulhofradio und übertragen zwei- bis dreimal im Monat in der großen Pause Musik, wichtige Informationen oder Glückwünsche. Über das Internetradio edura.fm hätten sie natürlich ganz andere Möglichkeiten und könnten auf der Welt gehört werden, freuen sich die beiden und fiebern schon ihrer ersten eigenen Sendung entgegen.

Aus: Rheinzeitung Ausgabe Mittelmosel vom 23.4.2012. Geschrieben von U. Platten-Wirtz.