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Klasse 10b für einen Tag im Knast

Im Rahmen des Projekts „Klasse im Knast“, das von der Jugendgerichtshilfe der Kreisverwaltung Cochem mit Zehntklässlern durchgeführt wird, fuhr die Klasse 10 b der Realschule plus Cochem in die Jugendstrafanstalt Wittlich. Nach zwei Schulstunden vorbereitendem Unterricht ging es einige Tage später zusammen mit dem Jugendgerichtshelfer Thomas Mauer, dem Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Cochem, Harald Ehses, dem Schulsozialarbeiter der Realschule plus, Tobias Emschermann, zur Jungendstrafanstalt Wittlich. Bei einem Rundgang um das Gelände der JSA erklärten die Begleiter die einzelnen Bereiche und Gebäude der Strafanstalt. Anschließend wurde die Gruppe von zwei Mitarbeitern der JSA empfangen und ging mit ihnen zum Freigängerhaus. Dort können Inhaftierte hingelangen, wenn sie sich über die Haftzeit hinweg angemessen verhalten haben und kurz vor der Entlassung stehen.

Sie werden auf die Zeit nach der Haft vorbereitet und können täglich das Freigängerhaus für einen längeren Zeitraum verlassen, um zur Arbeit zu gehen. In diesem Haus hatte die Klasse Gelegenheit zu einem Gespräch mit einem 21-jährigen Inhaftierten. Zunächst wurde ein kurzer Film über das Leben als Gefangener im Knast gezeigt. Anfangs waren die Schülerinnen und Schüler zurückhaltend, denn es war neu für sie, mit einem Straftäter zu sprechen. Im Lauf von fast zwei Stunden entstand aber eine sehr  informatives Gespräch, in dem der Freigänger alle Fragen ganz offen beantwortete, z. B. über sein früheres Leben, über seine Straftaten, seine Verurteilung, das Leben und die Bedingungen in der JSA Wittlich und die Besonderheiten im Freigängerhaus. Die Schülerinnen und Schüler fanden es bewundernswert und mutig von ihm,  Rede und Antwort zu stehen. Für die Klasse 10 b und ihre Begleiter war der Vormittag sehr interessant und informativ, so dass sie mit vielen neuen Eindrücken und Einblicken von der Jugendstrafanstalt zurückkehrten. (Hö)