Start Aus den Lernbereichen Physik, Biologie, Chemie, NaWi In neuen Räumen lehrt und lernt es sich viel besser

In neuen Räumen lehrt und lernt es sich viel besser

Infrastruktur Kreis hat an Realschule plus Cochem in Naturwissenschaften und Lehrküche investiert

Für rund 600 000 Euro hat der Kreis Cochem-Zell die naturwissenschaftlichen Fachräume der Realschule plus in Cochem sowie eine Lehrküche komplett erneuern lassen. Landrat Manfred Schnur und die zuständige Kreisverwaltungsdirektorin Barbara Schatz-Fischer verschafften sich jetzt einen Eindruck von den Räumen. Schulleiter Christian Etzkorn sagte mit Blick auf die neue Ausstattung derselben: „Wir sind jetzt im Jahr 2013 angekommen.“

Mehr als 40 Jahre alt war der Physikraum der Cochemer Realschule plus. Entsprechend veraltet war auch die technische Ausrüstung. Doch das ist vorbei. Über ein Deckenversorgungssystem lassen sich die Arbeitsplätze nun zeitgemäß mit Strom und Gas versorgen, erläutert Fachlehrer Marian Linsel seinen Gästen an diesem Morgen. Unter ihnen sind der Cochem-Zeller Landrat Manfred Schnur und Barbara Schatz-Fischer.

Was befindet sich da auf dem Objektträger? Landrat Manfred Schnur
wirft einen Blick durch ein Mikroskop. In einem neu eingerichteten naturwissenschaftlichen Fachraum für Biologie, den er besucht, schauen
sich Fünfklässler der Realschule plus Cochem Teile eines Kürbisses
an. Foto: David Ditzer

Sie schauen sich an, wofür der Kreis Geld investiert hat. Nicht nur die Versorgungsleitungen wurden erneuert, es gab auch neue Bunsenbrenner für die Schüler und feuerfeste Tischunterlagen. Bei den Zehntklässlern, die gerade Unterricht haben, erkundigt sich sich der Kreischef, womit sie sich im Augenblick befassen: Es geht um Stromstärke und elektrische Spannung.

Schon an dieser ersten Station der Besichtigungstour hält Landrat Schnur fest: „In Räumen von vor 40 Jahren hat heute keiner mehr Lust, etwas zu schaffen.“ Doch wenn das Experimentieren dank moderner Ausstattung Freude bereite, bleibe auch am ehesten etwas hängen.

Dass da etwas dran zu sein scheint, erlebt man auch in einem anderen Raum, der mit Kreismitteln zu einem naturwissenschaftlichen Fachraum für Biologie umgebaut worden ist. Auch hier gibt es ein Deckenversorgungssystem. An diesem Vormittag versorgt es Mikroskope mit Strom, die auf den Tischen stehen. Eifrig schauen Mädchen und Jungen der Klasse 5 f durch die Objektive. Ihre Aufgabe ist es, das aufzuzeichnen, was sie auf ihren Objektträgern sehen, erläutert Lehrerin Kerstin Gerhartz. Landrat Schnur wirft auch einen Blick durch eines der Mikroskope. Schnell wird klar, dass hier Teile einer Pflanze zu sehen sind, eines Kürbisses. Die Kinder lernen etwas über den Aufbau eines Gewebes.

Weiter geht es in einen Raum, der zwischen diesem neuen Biologie- und dem Chemieraum liegt. Früher als Biologieraum genutzt, ist er inzwischen zu einem gemeinsamen Vorbereitungsraum für Bio und Chemie umgewandelt worden. In den Schränken befinden sich zum Beispiel ausgestopfte Tiere, im Raum steht das Modell eines menschlichen Skeletts. Aus Sicht der Lehrer ist dieses Zimmer gut dafür geeignet, beispielsweise Versuchsandordnungen zu präparieren.

Auch im Chemieraum schaut sich die Delegation aus der Kreisverwaltung um. Hier untersucht Lehrerin Vera Feiden mit Schülern der Klasse 8 den Siedepunkt von Wasser in Abhängigkeit vom Luftdruck. Alle Schüler tragen Schutzbrille. Weil die Raumaufteilung verändert und eine Leinwand an eine andere Stelle gehängt wurde, lässt sich nun viel besser Wissen vermitteln, führt Feiden aus.

Die letzte Station für die Besucher ist definitiv die geschmackvollste, auch wenn die Einrichtungsgegenstände selbst eher funktional sind. In der Lehrküche backen Schüler der Klasse 8 d unter Anleitung von Adelheid Göbel Plätzchen. Die Pizzabrötchen, die sie ebenfalls selbst zubereitet haben, sind schon fertig und duften lecker. Mehr als 40 Jahre hatte die alte Lehrküche auf dem Buckel. Zum Essraum gab es nur eine Schrankwand als Raumteiler. Sie wurde durch eine Trockenbauwand samt Tür ersetzt. Anschlüsse wurden überarbeitet, das Mobiliar der Küche wurde ausgetauscht. Inklusive derer, die die Gemeinsame Orientierungsstufe von Realschule plus und Gymnasium besuchen, bringt es die Realschule plus nach Auskunft von Schulleiter Etzkorn derzeit auf 730 Schüler. Dank der neuen Ausstattung könne man nun in den Naturwissenschaften sowie der Hauswirtschaft gut mit anderen Schulen konkurrieren. Im August vergangenen Jahres hatten die Erneuerungsarbeiten begonnen. An anderen Schulen in Trägerschaft des Kreises müssen weitere folgen, kündigt Landrat Schnur an. Dort gebe es einen „Investitionsstau“, der eine zweistellige Millionensumme umfasse. Fürs nächste Jahr habe sich der Kreis einen Sanierungsschwerpunkt in den Naturwissenschaften gesetzt.

RZ Mittelmosel vom Dienstag, 10. Dezember 2013, Seite 19. Geschrieben von David Ditzer.