Start Arbeitsgemeinschaften Technik Seit zehn Jahren sendet RSC 40 am Schlossberg

Seit zehn Jahren sendet RSC 40 am Schlossberg

RSC 40, das Schulradio der Realschule plus in Cochem, hat dieser Tage sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Was mit nicht viel mehr als einem Verstärker, einem CD-Player und einem Vorbereitungswagen begann, wie man ihn aus dem Physikunterricht kennt, hat sich längst zu einem technisch und inhaltlich modernen Bestandteil des Alltags gemausert.

Die Rumpelkammer von einst ist längst auch für Laien als zeitgemäß ausgerüstetes Radiostudio erkennbar: Mischpult, Mikrofon, PC, zwei Bildschirme, etwas abseits ein separater Interviewplatz mit zwei weiteren Mikros. Das einzige, was in dem schlauchartigen kleinen Raum daran erinnert, dass sich hier einmal ein Fotolabor befand, sind ziemlich altbackene weiße Fliesen an den Wänden.

Den Rest haben die Mitglieder der Technik-AG der Cochemer Realschule plus komplett umgekrempelt. „2007 haben wir damit begonnen, das ehemalige Fotolabor zu entrümpeln“, erzählt Thomas Schenk im Rückblick. Der 44 Jahre alte Urschmitter arbeitet als Hausmeister und leitet die AG, aus der sich auch die Crew des schuleigenen Radiosenders zusammensetzt.

Noch im gleichen Jahr sendete das Schulradio zum ersten Mal aus dem selbst aufgebauten kleinen Studio. Es nannte sich fortan RSC 40, wobei die Buchstaben für Realschule Cochem stehen. Die Zahl 40 ging in den Namen ein, weil die Schule anno 2007 ihr 40-jähriges Bestehen feiertedamals noch unter der Leitung von Gerda Wies.

Seither geht RSC 40 an jedem Schultag von 9.15 Uhr bis 9.30 Uhr sowie von 11.05 Uhr bis 11.20 Uhr on air. Über wetterfeste Außenlautsprecher schallt das von der Technik-AG zusammengestellte Programm hinaus auf den Schulhof. „Vornehmlich wollen die Schüler Musik hören“, hält Schenk fest. Und da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, kann jeder, der möchte, im Studio Musikwünsche abgeben. Auch Geburtstagsgrüße übermittelt das Team von RSC 40 gerne und zuverlässig.

Schwierigkeiten mit der Musikrechte-Gesellschaft Gema gibt es dabei nicht, erläutert Schenk. Denn erstens zahlt das Land Rheinland-Pfalz für seine Bildungseinrichtungen einen Pauschalbetrag an Rundfunkgebühren. Zudem strahlt RSC 40 nur schulintern aus.

Abseits der lockerleichten musikalischen Pausenunterhaltung hat die Radiocrew der Realschule aber auch schon durchaus anspruchsvolle Wortbeiträge produziert (siehe Zusatztext). Im Jahr 2010 gewann sie bei einem bekannten Radiokanal einen Preis für die beste Sendung auf Schulebene. Anregungen, auch was die technische Ausstattung angeht, holten sich die Nachwuchsfunker unter unter anderem bei RPR 1 oder dem Bundeswehrsender Radio Andernach.

Mobiliar und Transportboxen für die Technik bauen die Jugendlichen während der wöchentlichen Nachmittagstreffen der Technik-AG selbst. In der AG kommen ab der 7. Klasse aufwärts zusammen. Mitglieder sind heute unter anderen Sonja Klages aus Neef (14), Hendrik Ernst (Bruttig-Fankel, 14), Felix Grünhäuser (15, Cochem), Pascal Lindner (16, Müllenbach), Philipp Schneiders (12, Urschmitt), Nils Siweris (14, Cochem-Sehl), René Weber (12, Valwigerberg) und Robin Zimmermann (15, Faid).

Im ehemaligen Fotolabor finden sie heute sehr gute Voraussetzungen, um Radio zu machen, und sie haben erkennbar Freude daran. Geld dafür kam und kommt nicht nur vom Förderverein der Schule oder externen Gönnern. An jedem Elternsprechtag bessern die AG-Mitglieder auch über den Verkauf von Speisen und Getränken ihre Finanzen auf. Und wenn's um neue Technik geht, vergessen die Schüler „auch die Zeit“, sagt Schenk.

Regelmäßig sind sie bei Schulveranstaltungen die Garanten für gute Ton- und Lichtverhältnisse, etwa bei den Fastnachtssitzungen, die alle zwei Jahre in der Sporthalle sind. Als die Idee anno 2004 geboren wurde, wäre daran noch nicht zu denken gewesen, erinnert sich Schenk. Da sah Schulradio noch völlig anders aus: Auf einem Wagen, der der Unterrichtsvorbereitung diente, installierte man einen Verstärker, einen CD-Player und Lautsprecher. Diesen Wagen schob man an die schulhofumgebenden Fenster, öffnete die Fenster und beschallte die Hörer.

(RZ Mittelmosel vom Mittwoch, 3. Dezember 2014)

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