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Lerncoaches machen Schule


Speziell ausgebildete Acht- bis Zehntklässler helfen Jüngeren

Das vor drei Jahren gestartete Pilotprojekt „Schüler arbeiten mit Schülern – Ausbildung zum Lerncoach“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil und ein wichtiger Baustein der individuellen Förderung an der Realschule plus Cochem.

Lerncoaches sind Schüler, die mit ihrer Arbeit die Lernzeiten und die Förderangebote unterstützen, indem sie einzelnen Schülern beim Organisieren des Lernens helfen, Hilfestellung bei den Hausaufgaben geben oder fachliche Lücken bei den jüngeren Schülern schließen. Sie sind gleichzeitig auch Ansprechpartner und Ratgeber ihrer Lerngruppe.

In einem sechsmonatigen Lehrgang, der aus theoretischen und praktischen Elementen besteht, werden die AG-Teilnehmer von den beiden Lehrkräften Anke Göbel und Daniel Braun-Weberskirch zum Lerncoach ausgebildet. Bestandteile dieses Kurses sind unter anderem Lernmethoden und -strategien, Motivationstipps, Auseinandersetzung mit dem Fachwissen der Klassenstufen fünf bis sieben oder Grundzüge der Entwicklungspsychologie.

 

Die fundierte Ausbildung ermöglicht den Lerncoaches im praktischen Einsatz ein selbstständiges Arbeiten mit den jüngeren Schülern. Begleitet und unterstützt werden sie dabei durch die Fachlehrkräfte.

Die Ausbildung zum Lerncoach ist für alle Beteiligten eine große Bereicherung. Die älteren Schüler haben häufig einen besseren Draht zu den jüngeren als die Lehrkräfte. Sie nehmen ihre Ratschläge eher an. Und die Lerncoaches erwerben für das spätere (Berufs-)Leben wichtige soziale Kompetenzen. Die Teilnahme an der Ausbildung zum Lerncoach bietet sich gerade für Schüler an, die später in einem sozialen Beruf arbeiten möchten. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat über die Ausbildung und die praktische Arbeit.

Bisher wurden Schüler der achten bis zehnten Klasse der Realschule plus Cochem zu Lerncoaches ausgebildet. Neu ist in diesem Schuljahr die Kooperation mit dem Martin-von-Cochem-Gymnasium. Eine große Gruppe von Schülern des benachbarten Gymnasiums wird aktuell ausgebildet, die dann nach einem halben Jahr ebenfalls die Förderangebote unterstützen werden.

Es gibt noch eine weitere Neuerung in diesem Schuljahr an der Realschulen plus Cochem. Der bisherige Förderunterricht der sechsten und siebten Klassenstufe wird im neu eingerichtete Lernbüro von Nicole Peters und Rosa Heinrich koordiniert. Angeboten wird eine Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch mit dem Ziel, Wissenslücken zeitnah und individuell zu beheben. Die Förderung wird von Fachkollegen und von ausgebildeten Lerncoaches in maximal drei Einheiten durchgeführt. Sollten erneut Wissenslücken auftreten, können weitere Förderstunden in Anspruch genommen werden.

Alle Schüler der sechsten und siebten Klassenstufen haben die Möglichkeit, das Angebot des Lernbüros wahrzunehmen. Bei Bedarf empfiehlt wie bisher die Fachlehrkraft eine Förderung, das neue System bietet aber jetzt auch Möglichkeit, dass die Schüler selbst einen Förderwunsch äußern und Kontakt zum Lernbüro aufnehmen.

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Förderung individueller und schneller erfolgt. Hierbei erweist sich gerade die Unterstützung der Lerncoaches als großes Plus, da eine größere Schülerzahl in den Genuss der Förderung kommt.

RZ Mittelmosel vom Montag, 19. Januar 2015, Seite 16