Start Aus den Lernbereichen Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde Kinodokumentation lässt Schüler über die Zukunft der Energie nachdenken

Kinodokumentation lässt Schüler über die Zukunft der Energie nachdenken

unser-klima-cochem-zell e.V. bringt „Power to change“ für Schüler auf die Kinoleinwand

Kohle, Erdöl und Co sind endlich und ruinieren zudem das Klima und unsere Umwelt. Dennoch ändert sich in unserer Energieversorgung nur langsam etwas. Warum eigentlich? Der Dokumentarfilm "Power to Change" geht dieser Frage nach und nimmt 120 Schülerinnen und Schüler der Realschule plus aus Cochem mit auf eine spannende Reise, um für ein neues Energiezeitalter zu kämpfen.

Die lokale Energieagentur „unser-klima-cochem-zelle e. V.“ hatte es in zwei Sondervorstellungen ermöglicht, den Film zu vergünstigtem Eintritt, im Apollo-Kino Cochem anzusehen. Eine Vormittagsvorstellung für Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe und eine Abendvorstellung für Netzwerkmitglieder und Interessierte des Null-Emissions-Landkreises Cochem-Zell.

„POWER TO CHANGE hat die Schüler mit seinem Inhalt sehr bewegt. Obwohl es kein Actionfilm ist, waren die jungen Zuschauer sehr konzentriert und interessiert. Durch geschickt gewählte Perspektiven und musikalische Untermalungen kam, trotz des dokumentarischen Inhalts, echtes Kinofeeling auf. Die Botschaft, dass wir jetzt aktiv werden müssen und dass es um die Zukunft unserer nächsten Generationen geht, kam an“, betont Jörg Thelen, Lehrer der Realschule plus.

Der Dokumentarfilm „Power to Change – die Energie-Rebellion“ von Regisseur Carl A. Fechner erzählt von einer großen Vision: Strom und Wärme soll in Zukunft komplett aus erneuerbaren Quellen stammen und vor Ort produziert werden. Die Doku begleitet Menschen, die sich mit der Energiewende beschäftigen.

„Die dümmste aller Vision ist die Vision, dass alles so bleiben kann, wie es ist“ (Film-Zitat: Prof. Dr. Stephan Rammler)

Einer unter ihnen der Unternehmer Amir Roughani. Selbst, Anfang der 80er Jahre als Flüchtlingskind aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Seine Eltern wollten ihm eine bessere Zukunft ermöglichen, fern des Iran-Irak-Krieges. Als junger Ingenieur hat er an den Wandel geglaubt, dann jedoch angefangen daran zu zweifeln. Nun trifft er auf Menschen, die die Hoffnung nicht aufgeben. Die Ukrainerin Ganna Gladkykh reist mit ihm zu den Kriegsschauplätzen ihres Heimatlandes. Dort macht sie ihm klar, wie abhängig die Ukraine von russischem Gas ist. Der Unternehmer erkennt darin einen Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen. Doch hat Roughani den Mut, in das Geschäft mit Wind- und Solaranlagen einzusteigen?

Auch Hans-Josef Fell fährt in die Ukraine und versucht mit „Energie-Demokraten“ wie Ganna Gladkykh den Umweltminister zu überzeugen, in erneuerbare Energien zu investieren. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Mitautor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erklärt außerdem, wer versucht den Wandel aufzuhalten.

Landwirt Edy Kraus kämpft dagegen in Deutschland für seine Erfindung. Seine Idee: Aus Abfall wird Energie. Allein in Deutschland sind pro Jahr 8 bis 13 Millionen Tonnen Strohabfälle nutzbar. Die Strohpellets aus seiner mobilen Anlage sollen Strom und Wärme liefern. Doch das Projekt wankt. Kraus weigert sich trotzdem, aufzugeben.

Der Regisseur begleitet zudem einen Ingenieur, der 30 Jahre lang in einem Atomkraftwerk gearbeitet hat. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima kämpft er nun für den Ausstieg aus der Kernenergie.

Außerdem stellt „Power to Change“ einen Blogger vor, der Kommunen und Unternehmen über zukünftige Trends im Mobilitätsbereich berät.

Das Kamerateam folgt auch dem Stromsparhelfer Lutz Machalewski in Berliner Wohnungen, in denen er den Bewohnern Energie-Spar-Tipps gibt.

Mit beeindruckender Grafik zeigt der Film einen der größten Batteriespeicher Europas in Schwerin. Bemerkenswert ist auch die weltweit mächtigste Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte, die aus überschüssigem Strom einen nachhaltigen Kraftstoff herstellt. Die Doku erklärt so, wie die Welt es schaffen kann, komplett auf erneuerbare Energien umzustellen – auch, wenn die Sonne nicht scheint oder das Windrad still steht.

Auch wenn der Zuschauer nicht umhin kommt, die ein oder andere Szene etwas anders einzuschätzen und zu überdenken, so steht doch unter dem Strich fest: Jede noch so kleine Einzelmaßnahme für den Klimaschutz ist wertvoll. Energiewende kann nur in der Summe der Projekte stattfinden und es lohnt sich für Klima und Umwelt zu kämpfen.