Start Schülerfirma Nähen für den Erfolg in Bildung und Beruf

Nähen für den Erfolg in Bildung und Beruf

Schülerfirma einer Ganztagsklasse soll aufs Berufsleben vorbereiten

Der Klassenraum der 8d der Realschule plus in Cochem ist momentan Büro und Werkstatt zugleich. Die 18 Schüler der Berufsreifeklasse produzieren und vertreiben im zweiten Stock der Schule mit Blick auf die Reichsburg kleine Vögel, Bären, Eulen und Katzen aus Filz, nähen bunte Dinkelkissen sowie Loop-Schals – auch riesige, drollig wirkende Hunde aus verschiedensten Stoffen mit überdimensionalen Schlappohren finden sich auf der Produktpalette. „Die Schüler sollen stärker auf das Berufsleben vorbereitet werden“, sagt Barbara Gehle, Förderlehrerin in Cochem. Dazu nehmen die 13- bis 15-Jährigen an dem Projekt „Junior – Schüler erleben Wirtschaft“ teil, welches vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln seit 1994 angeboten wird. Das Unternehmen der Klasse 8d ist auf ein Jahr ausgelegt, in der aktuellen Projektwoche und an Nachmittagen kümmern sich Lehrer und Schüler ums Geschäft.

Vor der Tafel sitzen drei Schüler vor einem Laptop und kümmern sich um den Geschäftsbericht für den Monat Dezember. „So viel gibt es ja noch nicht zu sagen“, witzelt Sihoang Ngayen aus Klotten, der die Schreibarbeit übernommen hat. Die Klasse hatte abgestimmt, wer für welchen Job am besten geeignet ist. So muss sich der 14-Jährige nun auch um die Buchführung kümmern. Wenige Meter weiter sitzt Klassenlehrerin Adelheid Göbel an einer Nähmaschine und zeigt, wie man die Augen des Filzvogels richtig annäht. Auf zwei Tischen sind die fertigen Filztierchen aufgereiht.

„Die Schüler lernen unglaublich viel bei dem Projekt. Sie müssen selbst erkennen, wo es Arbeit gibt – und dann durchhalten, bis sie erledigt ist“, sagt Barbara Gehle. Otto Kallfelz aus Zell-Merl hat gelernt, mit Nadel und Faden umzugehen. „Ich finde das Projekt eigentlich ganz spannend, und auch das Nähen macht Spaß“, sagt der 15-Jährige. Auch Michelle Schelenz aus Auderath ist zufrieden: „Der Unterricht ist anders. Die praktische Arbeit mag ich lieber und es bringt schon etwas.“

Die fertigen Produkte will die Klasse auch außerhalb der Schule verkaufen. Bald sollen die Filzwerke in der Buchhandlung Layaa-Laulhé in Cochem ausgestellt werden. Auch die Abteilung Entwicklung steht nicht still. Demnächst gibt es Handtaschen und Deko passend zu Ostern.

RZ Mittelmosel vom Mittwoch, 15. Januar 2014, Seite 14